Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lasssen.

Mit 17 Jahren entdeckte ich das Gedicht von Paul Fleming in meinem Deutschunterricht und wusste sofort:
Das trifft genau meine Haltung dem Leben gegenüber.
Gewisse Gesetzmäßigkeiten zwischen "Himmel und Erde" funktionieren einfach.
Man muss nur aufmerksam sein und sie beachten.
Für mich ist es spannend, Zusammenhänge zu erkennen.

Sei dennoch unverzagt! - Paul Fleming (1609 - 1640)

Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren;
nimm dein Verhängnis an. Lass alles unbereut.
Tu, was getan muss sein, und eh man dir's gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man noch? Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an:
dies alles ist in dir. Lass deinen eitlen Wahn,

und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.

 

"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
                                                                                          Johann Wolfgang von Goethe

Auch wenn man sich sehr bemüht, gut und nach eigenem besten Gewissen zu leben,
treten immer wieder Krisen oder Probleme auf, ich nenne es "shit happens",
meine Astrologin könnte es besser ausdrücken. Irgendwie muss man immer durch und es geht weiter,
im günstigsten Fall hat man die Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln.

"Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst."; Johann Wolfgang von Goethe

Das Gedicht von Hermann Hesse "Das Leben, das ich selbst gewählt" vermittelt Toleranz und Mitgefühl anderen und sich selbst gegenüber. Zusammen mit "Stufen" ist es ein lebensbereicherndes Werk, das Verständnis für jede Lebenslage bringt und eine Sinnhaftigkeit vermittelt, die tröstend wirkt.

Das Leben, das ich selbst gewählt - Hermann Hesse (1877 - 1962)

Ehe ich in dieses Erdenleben kam
Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
Da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
Da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
Da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
Die voller Licht und schöner Träume sind,
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
Und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
Die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
Da hört ein Wesen ich die Frage tun,
Ob ich dies zu leben mich getraute,
Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme —
»Dies ist das Leben, das ich leben will!« —
Gab ich zur Antwort mit entschloßner Stimme.
So wars als ich ins neue Leben trat
Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt.
Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt,
Denn ungeboren hab ich es bejaht.


Stufen - Hermann Hesse
(1877 - 1962)

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Noch ein Gedicht, das mich bewegt, die Sinne zu schärfen und dem Herzen zu folgen.
"Die Herzensprüfung" macht Dich stark:

 

Die Herzensprüfung - Autor unbekannt

Sei wachsam
Ich stehe am Wegesrand
Gib acht,
Übersehe mich nicht

Du begegnest mir jeden Tag
Ich bin
Das Wesen
Der Mensch
Das Tier
Das Ding
das Dich stets fragt:
Hast du Herz für mich?
Hast du nur Herz für mich?
Wenn du mich wahr-nimmst,
Wenn Du mit-fühlst,
So kehre ich in Dein Leben ein
So helfe ich Dir in
den Prüfungen,
Ich bin Dir Helfer
in Dir
dem Du außen begegnest,
bis du mich in Dir
findest
und Du Dich mit mir
vereinst

 

Glück auf Vorrat

Auch das ist Kunst, ist Gottesgabe, aus ein paar sonnenhellen Tagen sich so viel Licht ins Herz zu tragen,
dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.

                                                                                   Johann Wolfgang von Goethe



 

 

 


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